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Baerbock wehrt sich gegen Häme wegen Professur an Columbia

06. September 2026

Baerbock verteidigt neuen Professurposten gegen mediale Häme

Annalena Baerbock hat auf scharfe Kritik an ihrem Wechsel in die akademische Lehre reagiert und die Debatte in einen größeren Kontext gestellt. Die frühere Außenministerin und scheidende Präsidentin der UN-Generalversammlung betonte, dass die Angriffe nicht nur sie persönlich treffen, sondern auch eine breitere gesellschaftliche Dynamik widerspiegeln.

Im Interview erklärte Baerbock, die Kritik sei teilweise eine Folge der Funktionsweise sozialer Medien. Algorithmen präferierten Hass und Hetze, sagte sie, und das treffe viele, doch eine Kombination aus Prominenz, klarer Meinung und weiblicher Präsenz löse bei manchen eine besonders starke Reaktion aus. Baerbock umschrieb dies mit den Worten «die Kombi prominent, meinungsstark und feminin triggert offensichtlich manche ganz besonders».

Die Grünen-Politikerin weist zugleich darauf hin, dass sie den Schritt an die Columbia Universität in New York als Chance sieht, praktische Führungserfahrung weiterzugeben. Ab Herbst übernimmt sie eine praxisorientierte Professur und wird Co-Direktorin des Masterprogramms «Master of Public Administration in Global Leadership», das sich an Führungskräfte mit umfangreicher Berufserfahrung richtet. Ihr einjähriges Amt als Präsidentin der Generalversammlung endet offiziell am 8. September.

Baerbock betont, dass der Masterkurs auch den souveränen Umgang mit Gegenwind thematisiert. Junge Führungskräfte solle sie darin schulen, unter Druck Standfestigkeit zu zeigen und Entscheidungen zu treffen, weil Angriffe meist auf gesellschaftliche Veränderungen abzielen und nicht nur auf Einzelpersonen.

In Deutschland war die Ankündigung des Hochschulamts nicht unbestritten. Kritische Stimmen aus Politik und Diplomatie hatten den Wechsel kommentiert; die Debatte reichte von Fragen zur Personalpolitik bis zu Diskussionen über angemessene Qualifikationen. Baerbock hält dem entgegen, dass Erfahrung aus Diplomatie und Regierungsarbeit für die Ausbildung künftiger Führungskräfte wertvoll sei.

Unabhängig von der internationalen Resonanz erklärte sie, der Schritt in die Lehre sei bewusst gewählt worden, um die nächste Generation auf Führungsaufgaben vorzubereiten und Erfahrungen aus der Praxis in einem akademischen Umfeld zu bündeln.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de
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