Höhenflug und Absturz: Recruiter verdient 280.000 Dollar mit drei Homeoffice-Jobs und verliert alles
Drei Vollzeitjobs im Homeoffice brachten schnelle Gewinne – bis der Markt kippte
In Kalifornien nutzte ein Personalvermittler in seinen 30ern die Möglichkeiten der Pandemie, um heimlich drei Vollzeitstellen parallel zu besetzen und so mehr als 280.000 Dollar zu verdienen. Die pralle Bilanz verbarg jedoch ein hohes Risiko: Als der Einstellungsmarkt nachließ, verlor er binnen Monaten alle Jobs.
Michael, Name geändert und Identität von Business Insider verifiziert, berichtet, wie er 2020 in einer einfachen Remote-Stelle als Technical Recruiter begann und sich binnen zwei Jahren zu drei Jobs hocharbeitete. «Solange es funktionierte, war es extrem wichtig», sagt er. Mit den zusätzlichen Einnahmen tilgte er Studentendarlehen und Kreditkartenschulden und legte Ersparnisse an.
Die Chronologie: 2021 stieß er auf Reddit auf die Overemployed-Community, 2022 nahm er im Juni eine zweite Recruiting-Stelle an und im September kam eine dritte hinzu. Sein Tagesablauf war getaktet: frühes Aufstehen, mehrere Arbeitsblöcke, zwischen denen er Pausen einlegte. Trotzdem kam er nach eigener Angabe oft nicht auf volle 40 Stunden pro Woche.
Ende 2022 verlor die Strategie ihre Grundlage. Rezessionsängste und steigende Zinsen bremsten Neueinstellungen, offene Stellen wurden geschlossen und Budgetfenster schlossen sich. Innerhalb weniger Wochen schwanden seine Aufgaben, und gegen Ende des Jahres verlor er die erste Anstellung; in den folgenden Monaten folgten die anderen.
Die Folgen waren hart: Monateweise Arbeitslosigkeit, finanzielle Belastung und zeitweise Unterkunft auf fremden Sofas. Michael wechselte später in die Versicherungsbranche, weil diese stabilere Perspektiven bot. Rückblickend meint er, ein einzelner stabiler Job hätte seine Ziele ebenfalls erfüllt, doch bereut er die Episode nicht vollends. «Es war toll, bis es das nicht mehr war», sagt er.
Der Fall steht exemplarisch für ein größeres Dilemma: Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle schaffen Chancen für Zusatzeinkommen, machen Betroffene aber auch verwundbar gegenüber konjunkturellen Verschiebungen. Personalberater, die ihr Einkommen auf mehrere Firmen verteilen, sind besonders abhängig von einem anhaltenden Einstellungsboom. Wenn der Markt kippt, folgt oft ein scharfer Absturz.
Für Arbeitnehmer bleibt die Lektion ambivalent: Zusatzeinnahmen können kurzfristig Leben verändern und Schulden tilgen, langfristig aber zu einem unsicheren Beschäftigungsbild führen. Politik und Unternehmen stehen damit vor der Frage, wie Arbeitsmodelle so gestaltet werden können, dass sie stabile Perspektiven bieten und riskante Parallelbeschäftigungen nicht belohnen.

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