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Krankenversicherung als goldene Fessel: Millionen Amerikaner bleiben in ungeliebten Jobs

12. August 2026

Krankenversicherung hält Millionen Arbeitnehmer in Jobs, die sie aufgeben wollen

Washington 10. August 2026 – Fast ein Viertel der US-Beschäftigten, die ihre Krankenversicherung über den Arbeitgeber beziehen, gibt an, den Job verlassen zu wollen, bleibt jedoch aus Angst vor dem Verlust des Versicherungsschutzes. Eine aktuelle Befragung zeigt, dass der Anteil derer, die durch die Gesundheitsversorgung an ihren Arbeitsplatz gebunden sind, von 16 Prozent 2021 auf 24 Prozent 2025 gestiegen ist und damit rund 23 Millionen Erwachsene betrifft.

Die Studie beruhte auf Antworten von mehr als 5.600 US-Erwachsenen, ausgewertet wurden 2.322 Erwerbstätige, deren Hauptabsicherung eine arbeitgeberfinanzierte Krankenversicherung ist. Die Ergebnisse gelten damit für diese Gruppe von Versicherten, nicht für die gesamte Erwerbsbevölkerung, und weisen einen maximalen Stichprobenfehler von plus oder minus 2,1 Prozentpunkten auf.

Finanzielle Last und gesundheitliche Risiken

Besonders stark betroffen sind Beschäftigte mit medizinischen Schulden: Sie berichten etwa doppelt so häufig von Job-Lock wie Menschen ohne solche Schulden. Wer im vergangenen Jahr Geld leihen musste, nennt ebenfalls deutlich häufiger den Erhalt der Krankenversicherung als Grund, eine unzufriedenstellende Stelle nicht zu kündigen. Fast die Hälfte derer, die Gesundheitskosten als hohe Belastung empfinden, gibt an, in einem ungeliebten Job zu verharren.

Auch chronisch Kranke sind überproportional betroffen. Personen mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen bleiben oft aus Sorge um die Versorgung in schlecht passenden Rollen und zweifeln daran, die notwendige Behandlung bezahlen zu können. Viele äußern zudem Angst, auch im kommenden Jahr die Kosten nicht stemmen zu können.

Karriere, Familie, Zukunft

Die Folgen gehen über wirtschaftliche Fragen hinaus und berühren private Lebenspläne. In Washington berichtete eine Angestellte eines großen Tech-Unternehmens anonym, sie habe ihre Familienplanung auf Eis gelegt, weil Entlassungswellen und interne Umstrukturierungen die wirtschaftliche Sicherheit und den Verbleib in einem versicherten Arbeitsverhältnis unsicher machten. Solche Berichte zeigen, wie eng Gesundheitsversorgung, Arbeitsmarkt und Lebensentscheidungen verwoben sind.

Das Thema wird auch online heftig diskutiert. Manche raten, persönliche Entscheidungen nicht weiter zu verschieben, andere betonen die Härten, die durch ein System entstehen, das Krankenversicherung an Beschäftigung knüpft. Ökonominnen und Arbeitsmarktforscher fordern deshalb eine Debatte über alternative Absicherungsmodelle, die Beschäftigten mehr Mobilität erlauben, ohne den Zugang zu medizinischer Versorgung zu gefährden.

Die neue Studie stellt Arbeitgeber, Politik und Gesellschaft vor die Frage, wie ein System gestaltet sein kann, das weder individuelle Freiheitsgrade noch die medizinische Grundversorgung opfert.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de
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