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Maschmeyer rät Gen Z: Handwerk als Schutz gegen den KI-Schock

28. März 2026

KI gefährdet Einstiegsjobs, Handwerk gilt als krisenfest

Frankfurt – Ein kurzer Beitrag des Investors Carsten Maschmeyer hat auf der Plattform X eine lebhafte Debatte entfacht und eine grundsätzliche Frage neu aufgeworfen: Welche Berufe bleiben für Berufseinsteiger in der Ära der Künstlichen Intelligenz sicher? Maschmeyer warnt, dass viele klassische Einstiegspositionen in Büros durch KI-Anwendungen ersetzt werden könnten und empfiehlt jungen Menschen pragmatisch, eine Ausbildung im Handwerk in Betracht zu ziehen.

Der Unternehmer stellt dabei bewusst eine historische Analogie her und spricht von einem neuen Lehrgeld: «Ich fürchte, bald werden Berufseinsteiger in bestimmten Berufen wieder Lehrgeld zahlen müssen», schrieb er. Seine Kernthese lautet, dass vor allem die erste Stufe der Karriereleiter bedroht sei, weil sich theoretisches Universitätswissen vergleichsweise leicht durch automatisierte Systeme ergänzen oder ersetzen lasse. Handwerkliche Fertigkeiten dagegen seien schwerer zu automatisieren und damit resilienter gegenüber technologischen Verschiebungen.

Messbarer Trend in Karrierepräferenzen

Die Diskussion spiegelt sich auch in Umfragedaten: Fast die Hälfte der Befragten zieht einer aktuellen Erhebung zufolge eine handwerkliche Karriere einem klassischen Bürojob vor. Besonders auffällig ist das Ergebnis in der Altersgruppe der 18- bis 28-Jährigen, von denen 47 Prozent lieber praktisch arbeiten wollen. 52,7 Prozent geben an, ihre Berufswahl danach auszurichten, wie «KI-sicher» ein Beruf erscheint. Diese Zahlen haben die Diskussion befeuert und zeigen, dass technologische Unsicherheit die Entscheidung junger Menschen prägt.

Pro und Contra in der Debatte

Auf X prallten unter Maschmeyers Beitrag unterschiedliche Positionen zusammen. Einige kommentatoren relativierten die Rolle der KI und betonten, dass Systeme ohne fundiertes menschliches Wissen nur begrenzt nutzbar seien. Andere wiesen auf ein soziales Problem hin: Sollte die Automatisierung viele Arbeitsplätze vernichten, wer soll dann Dienstleistungen finanzieren, die von Handwerkern erbracht werden?

Zudem warnen Beobachter vor strukturellen Engpässen: In einigen Regionen sinkt die Zahl der Ausbildungsplätze, während die Nachfrage nach Fachkräften steigt. Solche Ungleichgewichte könnten die Chance, in ein Handwerk einzusteigen, zusätzlich erschweren.

Fazit und praktische Empfehlung

Maschmeyers Rat ist provokant, aber nicht frei von Berechtigung: Wer früh praktische, schwer automatisierbare Fähigkeiten erwirbt, hat möglicherweise bessere Chancen auf stabile Beschäftigung und Selbstständigkeit. Gleichzeitig zeigt die Debatte, dass Politik und Unternehmen mehr in Ausbildung, Umschulung und Zugang zu Lehrstellen investieren müssen, damit technologische Disruptionen nicht zu einer sozialen Schieflage führen. Für junge Menschen bleibt die Handlungsempfehlung nüchtern: Berufswahl an Kompetenzen und Marktstabilität ausrichten und dabei die realen Chancen von praktischer Ausbildung gegen akademische Wege abwägen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: fr.de

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