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Rainer Koepke startet neu bei Cushman & Wakefield und will die Logistikbranche weiter prägen

08. September 2026

Logistik bleibt stabile Top-Assetklasse trotz tiefgreifender Veränderungen

Mit mehr als drei Jahrzehnten Marktkenntnis kehrt Rainer Koepke nicht in den Ruhestand zurück, sondern übernimmt bei Cushman & Wakefield die Leitung für Logistikvermittlung in Deutschland. Der 67-Jährige, der zuvor bei JLL und CBRE maßgeblich Logistikteams aufbaute, erklärt im Gespräch den Wandel der Branche und warum er weiterhin mit Leidenschaft vermittelt: «Ich bin ja auch ein bisschen ein Deal-Jäger».

Koepke schildert, wie aus einer Nische in den 1990er Jahren eine der gefragtesten Immobilienkategorien wurde. Während damals kommunale Bauflächen und regionale Gewerbeparks das Angebot bestimmten, dominieren heute professionelle Developer, trimodale Anforderungen und hohe Standards in Bezug auf Energieeffizienz und ESG. Die Logistikimmobilie habe sich professionalisiert und angelsächsische Strukturen übernommen; Marktdaten und institutionelle Investoren prägen inzwischen Entscheidungen und Transaktionsvolumina.

Von der IKB über JLL und CBRE zur nächsten Herausforderung

Seine Laufbahn begann Koepke bei der IKB in Frankfurt, bevor ihn ein Angebot in die Beratung zog. Bei JLL, damals Jones Lang Wootton, baute er die Logistiksparte auf und betreute Hunderte von Grundstücks- und Hallentransaktionen. Später etablierte er bei CBRE weiterführende Strukturen. Den Wechsel zu Cushman begründet er mit der Chance, wieder in Führungsverantwortung zu arbeiten und neue Teams zu formen.

Koepke betont, dass Erfahrung in der Branche ein wertvolles Gut sei. Er kritisiert, dass in Deutschland oft früh ausscheidende Seniorkräfte verloren gingen, und sieht bei Cushman die Bereitschaft, erfahrene Mitarbeiter langfristig einzubinden. Ziel sei es, aus den fünf Top-Standorten ein flächendeckendes Logistikangebot für nationale und internationale Kunden zu machen.

Marktdynamik und Zukunftsbild

Trotz schwächerer Gesamtwirtschaft bleiben die Flächenumsätze stabil bei rund 5,5 bis 6 Millionen Quadratmetern jährlich. Neubauvermietungen tragen erheblich zur Bestandserweiterung bei, zugleich verlagert sich die Entwicklung zunehmend auf Brownfields. Koepke erwartet in den kommenden zehn Jahren einen Trend hin zu rund 70 Prozent Nachnutzung und 30 Prozent Neubau. Energieeffizienz, Ladeinfrastruktur und Automatisierung werden die Anforderungen weiter erhöhen.

Für ihn steht bei Logistikimmobilien weniger die Architektur im Fokus als die wirtschaftliche Funktion: Arbeitsplätze, effiziente Ansiedlungen und funktionale Hallen. Technische Verbesserungen wie Photovoltaik, Wärmepumpen oder Energiespeicher begrüßt er, ohne sich dabei als Technikspezialist zu inszenieren.

Aufbauarbeit und Teamstrategie

Bei Cushman soll in mittelfristiger Perspektive eine schlagkräftige, regionale Präsenz entstehen. Aktuell startet das Team aus mehreren Standorten; das Ziel ist, bis Ende des nächsten Jahres in den fünf wichtigsten Märkten mit ausreichend großen Teams vertreten zu sein. Koepke rechnet damit, dass die Abteilung dann rund 15 Berater umfassen wird, die sowohl regionale Mandate als auch überregionale Projekte bedienen.

Die Brancheninitiative Logix bezeichnet Koepke als wichtigen Treiber. Studien, Publikationen und Netzwerkformate schaffen Transparenz für Kommunen und Investoren und setzen Standards, etwa in Sachen ESG.

Porträt und Erfahrung

Rainer Koepke begann seine Karriere bei der IKB Industriekreditbank in Frankfurt, wechselte 1995 zu JLL und baute dort die Logistikabteilung auf. Nach rund 20 Jahren bei JLL folgte ein Wechsel zu CBRE, wo er zuletzt als Senior Advisor Industrial & Logistics Leasing tätig war. Nun will er bei Cushman & Wakefield als Head of Logistics Agency Germany das Wachstum der Firma im Logistiksegment vorantreiben.

Das Gespräch führte Peter Dietz.

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