Vom Deck zur Brücke: 28‑jähriger Offizier in der Handelsmarine verdient 4100 Euro netto
Kein Büro, volle Freiheit: 28‑jähriger verdient 4100 Euro netto als Offizier in der Handelsmarine
Louis Lemetre ist 28 Jahre alt und folgt einer mehrgenerationenlangen Familientradition auf See. Seit März 2026 dient er als Offizier bei der Compagnie Maritime des Îles und ist vor allem auf Routen rund um Neukaledonien und Vanuatu im Einsatz. Aktuell liegt sein Nettoverdienst bei etwa 4100 Euro im Monat.
Der Franzose beschreibt seinen Arbeitsalltag mit den Worten «Keine Routine, kein Büro». Die Einsätze an Bord füllen seine Arbeitszeit vollständig, zugleich schätzt er die klare Trennung von Dienst und Freizeit. Sein Rhythmus besteht nach eigenen Angaben aus vier Tagen an Bord, gefolgt von drei Tagen Ruhe. In drei Jahren hofft er, zum Kapitän befördert zu werden und dann häufiger auf dem französischen Festland eingesetzt zu sein, mit einem Dienstmodell, das jede zweite Woche Arbeit vorsieht.
Die Handelsmarine verlangt technisches Können, Teamfähigkeit und Belastbarkeit. Die Flotte umfasst unterschiedliche Schiffstypen wie Frachter, Tanker und Versorgungsschiffe, deren Besatzungen nach internationalen und nationalen Regeln Ansprüche auf sichere Arbeitsbedingungen, angemessene Bezahlung, ausreichende Ruhezeiten und medizinische Versorgung haben.
Auch in Deutschland gelten vergleichbare Schutzstandards für Seeleute. In Hafenstädten wie Hamburg zeigt sich, wie wichtig verbindliche Regelungen und betriebliche Strukturen sind, um Arbeit unter menschenwürdigen Bedingungen zu gewährleisten. Neben körperlichen Anforderungen spielen psychische Belastung, Isolation und die Folgen von Automatisierung und Digitalisierung eine wachsende Rolle.
Für Lemetre ist der Beruf mehr als ein Job: Er verbindet Verantwortung mit Abenteuer und bietet ihm zugleich die Perspektive, eines Tages das Kommando zu übernehmen.