Warum eine Kündigung bei Jobfrust meist der falsche Schritt ist
Kündigung ist selten der beste Ausweg bei anhaltendem Jobfrust
Mehr als jeder dritte Beschäftigte in Deutschland fühlt sich mindestens einmal pro Woche demotiviert. Dauerhafte Unzufriedenheit belastet nicht nur die Leistungsfähigkeit, sie erhöht auch das Risiko für psychische Erkrankungen und kann zu vorschnellen Kündigungsentscheidungen führen.
Karriere-Coach Markus Karbaum rät Betroffenen, zuerst systematisch zu analysieren, was genau die Frustration auslöst. Häufig lassen sich Stressfaktoren identifizieren, die sich ohne Jobwechsel beheben lassen: unklare Erwartungen, fehlende Entwicklungsperspektiven oder Konflikte im Team.
Praktische Schritte statt Schnellschuss
- Bestandsaufnahme: schriftlich festhalten, welche Situationen frustrieren und wie oft sie auftreten
- Gespräch suchen: konstruktives Feedback mit Vorgesetzten oder der Personalabteilung vereinbaren
- Interner Wechsel: eine Rollen- oder Bereichsveränderung innerhalb des Unternehmens prüfen
- Externe Lage prüfen: Arbeitsmarkt, Einstellungsbereitschaft von Unternehmen und die eigene finanzielle Absicherung klären
- Gesundheit priorisieren: bei anhaltender Belastung professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Vor einer Kündigung lohnt es sich, Alternativen sorgfältig abzuwägen. Aktuell stellen viele Unternehmen zurückhaltender ein, sodass ein ungeplanter Ausstieg die Suche nach einer neuen Stelle verlängern kann. Finanzielle Rücklagen, ein belastbares Netzwerk und ein klarer Plan für die Jobsuche erhöhen die Chancen, nicht in eine kurzfristige Unsicherheit zu geraten.
Auch Krankenkassen warnen davor, Demotivation zu bagatellisieren: frühe Interventionen schützen die psychische Gesundheit und verhindern, dass Frust die Perspektive verengt. Wer trotz aller Maßnahmen kündigen will, sollte dies informiert tun und Wechselchancen realistisch einschätzen.
Deutschlandweit empfehlen Coaches und Beraterinnen, den Abschied vom Job als letzte Option zu sehen und zuerst strukturiert nach Lösungen im bestehenden Umfeld zu suchen.