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BMW kündigt Abbau von 8000 Stellen an und bietet Abfindungen für 50.000 deutsche Mitarbeiter

04. August 2026

BMW startet größtes Freiwilligenprogramm und will 8000 Stellen weltweit abbauen

München — Der Autobauer BMW hat am Mittwoch ein weitreichendes Personalprogramm angekündigt, das weltweit rund 8000 Arbeitsplätze umfasst. Konzernchef Milan Nedeljković und Betriebsratschef Martin Kimmich informierten die Belegschaft in einer zentralen Veranstaltung, die auf die deutschen Standorte übertragen wurde. Statt betriebsbedingter Kündigungen setzt das Unternehmen auf ein freiwilliges Angebot für viele Beschäftigte.

Nach Unternehmensangaben betrifft die Maßnahme rund fünf Prozent der weltweit etwa 154.000 Beschäftigten. In Deutschland sollen etwa 50.000 der 84.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Abfindungsangebot erhalten. Das Programm ist als freiwillige Option geplant und läuft voraussichtlich von Oktober 2026 bis Ende 2027. Außerdem sollen natürliche Fluktuation, Verrentungen und auslaufende Verträge zur Reduktion von Stellen beitragen.

Schwerpunkt Verwaltung und Entwicklung

Betroffen sind besonders Verwaltung und Forschung und Entwicklung. Insbesondere der Stammsitz in München mit dem großen Forschungs- und Entwicklungszentrum FIZ sowie Standorte wie Dingolfing, Regensburg und Leipzig stehen im Fokus. Im Produktionsbereich, so Insider, sind derzeit keine systematischen Abbaumaßnahmen vorgesehen. Für ausländische Werke gilt das Freiwilligenprogramm nur eingeschränkt.

Gründe: China-Einbruch, Marktunsicherheit, Automatisierung

Bedeutende Auslöser sind laut Unternehmensführung ein drastischer Einbruch im China-Geschäft, verschärfte weltwirtschaftliche Unsicherheiten und strukturelle Veränderungen durch Automatisierung und künstliche Intelligenz. Nedeljković hatte bereits nach seiner Amtsübernahme die Gewinnprognose korrigiert und einen strikteren Sparkurs angekündigt. Die Anpassungen sollen Strukturen und Prozesse an neue Marktbedingungen anpassen.

Keine betriebsbedingten Kündigungen geplant

BMW betont, dass betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen. Die Vereinbarung zwischen Konzern und Betriebsrat sieht eine unbefristete Beschäftigungssicherung vor. Sollte die Nachfrage nach dem Abfindungsangebot die finanziellen Rückstellungen übersteigen, soll das Prinzip ‚first come, first serve‘ gelten.

Wechsel in der Personalführung

Personell gibt es ebenfalls Veränderungen: Personalchefin Ilka Horstmeier verlässt das Unternehmen Ende August. Als Nachfolgerin ist Dorothea von Boxberg vorgesehen, die Erfahrung mit größeren Restrukturierungen etwa bei der Luftfahrttochter einer großen Airline mitbringt.

Für die verbleibenden Beschäftigten sind laut BMW derzeit keine Gehaltskürzungen oder Änderung der Arbeitszeit geplant. Allerdings hatte das Unternehmen bereits 2024 Vereinbarungen getroffen, die unter anderem eine zeitliche Kürzung von Weihnachtsgeld und Prämien vorsehen.

Die Entscheidung bei BMW fügt sich in eine Phase weitreichender Umstrukturierungen in der deutschen Autobranche ein. Konkurrenzhersteller hatten in den vergangenen Monaten ebenfalls Personalprogramme angekündigt oder umgesetzt, was die Debatte über Anpassungsstrategien in einer sich rasch wandelnden Branche weiter anheizt.

Dieser Bericht wurde aus München zusammengestellt.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de
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