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Deal-Jäger der Logistik: Rainer Koepke formt Cushman & Wakefield neu

03. September 2026

Erfahrener Deal-Macher formt Cushmans Logistikgeschäft neu

Rainer Koepke gilt als eine der prägenden Persönlichkeiten im deutschen Markt für Logistikimmobilien. Nach Stationen bei JLL und CBRE übernimmt der 67-Jährige nun bei Cushman & Wakefield den Aufbau der Logistikagentur in Deutschland. Im Gespräch mit der Immobilien Zeitung erklärt er, warum ihn die Assetklasse trotz dreier Jahrzehnte Erfahrung nicht loslässt und wie sich Markt und Akteure gewandelt haben.

Koepke blickt auf Hunderte vermittelte Lagerhallen und Verteilzentren zurück. Seine Laufbahn begann bei der IKB, wechselte 1995 zu JLL, wo er die Logistikabteilung aufbaute, später folgten Führungsrollen bei CBRE. Sein Credo bleibt pragmatisch: Es geht weniger um Architektur als um Funktionalität, die Ansiedlung von Unternehmen und die dadurch entstehenden Arbeitsplätze.

Viele Entwicklungen des Marktes sieht er als Folge geänderter Rahmenbedingungen: Die EU-Osterweiterung rückte Deutschland ins Zentrum logistischer Netzwerke, internationale Developer führten spekulative Bauweisen und kürzere Vertragslaufzeiten ein, und Trimodalität gewann an Bedeutung. Gleichzeitig hat die Branche eine starke Professionalisierung erlebt; Investoren treffen Entscheidungen zunehmend datenbasiert.

Für Koepke ist die Anziehungskraft der Klasse ungebrochen. Obwohl die Gesamtkonjunktur schwächer ist, bleiben Flächenumsätze stabil auf hohem Niveau. Anders als in anderen Immobiliensegmenten haben Logistikprojekte in Deutschland bislang kaum Insolvenzen erlebt. Diese Stabilität erklärt auch, warum er nach der Rolle als Senior Advisor noch einmal Verantwortung in der Linienführung übernommen hat: «Ich bin ja auch ein bisschen ein Deal-Jäger», sagt er und betont, dass das aktive Gestalten von Transaktionen ihm weiterhin Freude bereitet.

Bei Cushman & Wakefield will Koepke vor allem eines erreichen: flächendeckende Präsenz in den fünf Top-Standorten Deutschlands und ein Team, das große und mittlere Transaktionen eigenständig betreut. Aktuell ist die Einheit in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt vertreten; mittelfristig soll das Netzwerk wachsen und Beratungslösungen für globale Kunden aus einer Hand liefern.

Ein Thema, das Koepke besonders wichtig ist, ist der Erhalt von Erfahrungswissen in der Branche. Er kritisiert, dass in Deutschland viele erfahrene Fachleute im Rentenalter das Feld verlassen und dadurch wertvolles Know-how verloren geht. Bei Cushman sieht er die Offenheit, Seniorexperten länger einzubinden, als Vorteil.

Blickt man 20 Jahre voraus, erwartet Koepke keinen Schlussstrich in der Entwicklung der Logistikimmobilie. Energieeffizienz, Automatisierung und Ladeinfrastruktur werden die Anforderungen erhöhen. Zudem rechnet er mit einer weiteren Verlagerung hin zu Brownfield-Entwicklungen, während Kommunen strengere Vorgaben für nachhaltiges Bauen formulieren.

Sein persönliches Fazit bleibt schlicht: Die Arbeit lohnt, wenn man am Ende bei einer Halle vorbeifährt und sieht, dass der Mieter da ist und Arbeitsplätze entstanden sind. Und solange es solche Momente gibt, ist für Koepke klar, dass er weiter im Geschäft bleiben will.

Das Interview führte Peter Dietz für die Immobilien Zeitung.

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