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IG Metall vor der Tarifrunde 2026: Geld, Jobs und soziale Sicherheit im Fokus

11. September 2026

Beschäftigte fordern gleichermaßen höhere Löhne und mehr Sicherheit

Mit einer groß angelegten Befragung bereitet die IG Metall die Tarifrunde 2026 vor: 267.000 Beschäftigte in rund 2.300 Betrieben lieferten der Gewerkschaft ein klares Signal, dass es in der kommenden Verhandlungsrunde um mehr als reine Entgeltfragen geht. Der Vorstand will die bundesweite Forderung am 23. September beschließen.

Die Umfrage zeigt erhebliche Unterschiede in der wirtschaftlichen Lage der Betriebe. 31,7 Prozent der Befragten bewerten die Situation im eigenen Unternehmen als gut, 14,5 Prozent sogar als sehr gut. Gleichzeitig beschreiben 32,2 Prozent die Lage als durchschnittlich, 16,9 Prozent als schlecht und 4,7 Prozent als sehr schlecht. Deutliche Abweichungen treten zwischen Teilbranchen auf: Positivere Einschätzungen finden sich vor allem in Luftfahrt, Rüstung, Schiffbau und Energie, während die Autoindustrie und Dienstleistungsbereiche kritischer bewertet werden.

Lebenshaltung, Gesundheit und Alterssicherung dominieren die Sorgen

Bei der Frage nach den dringlichsten Problemen stehen die gestiegenen Lebenshaltungskosten an erster Stelle: 68,9 Prozent nennen sie als zentrales Anliegen. Danach folgen Gesundheit mit 58,5 Prozent und Altersabsicherung mit 58,1 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten sorgt sich zudem um die Arbeitsplatzsicherheit (56,3 Prozent) und um die Zukunft des eigenen Betriebs (56,7 Prozent). Für viele Beschäftigte sind diese Themen eng mit Lohnforderungen verknüpft: 47,8 Prozent erwarten eine moderate Entgelterhöhung, 35,0 Prozent rechnen mit einer kräftigen Anhebung.

IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner bewertet die Ergebnisse als Wegweiser für die Tarifrunde: «Die Beschäftigten haben ein sehr feines Gespür für die drängendsten Themen im Land: gute Reallöhne, zukunftsfähige Arbeitsplätze und soziale Sicherheit.» Die Gewerkschaft verknüpft damit drei Ebenen der Tarifpolitik: Entgelt, Beschäftigungssicherung und soziale Absicherung. Benner betont, dass neben Tarifpolitik auch Industriepolitik, Sozialpolitik und verantwortungsvolle Unternehmensführung nötig seien, um sichere Arbeitsplätze zu erhalten.

Herausforderung für die Tarifpolitik: heterogene Betriebslagen

Die IG Metall macht deutlich, dass die anstehende Runde nicht auf eine einheitliche betriebliche Lage gestützt werden kann. Nadine Boguslawski, Mitglied des Tarifvorstands, fasst zusammen: «Die Beschäftigten erleben keine einheitliche Krise, sondern eine wirtschaftlich stark unterschiedliche Lage.» Vor diesem Hintergrund soll die Debatte in den regionalen Tarifbezirken klären, wie sich die vielfältigen Erwartungen in eine gemeinsame Forderung übersetzen lassen.

Für die Betriebe bedeutet das: Was in einem Unternehmen als machbar gilt, kann in einem anderen schon Unsicherheit erzeugen. Die Entscheidung des Vorstands am 23. September wird zeigen, ob die IG Metall eine Linie findet, die sowohl Lohnanliegen als auch Fragen zu Arbeitsplätzen und sozialer Absicherung zusammenführt. Die Befragung hat jedenfalls einen klaren Tenor geliefert: Die Beschäftigten erwarten Antworten auf Geld, Jobs und Sicherheit zugleich.

Hintergrund: In der Metall- und Elektroindustrie sind in Deutschland mehr als 3,7 Millionen Menschen beschäftigt. Die Ergebnisse der Befragung fließen als direkte Grundlage in die Diskussionen der regionalen Tarifbezirke ein und sollen nicht allein an wirtschaftlichen Kennzahlen orientiert werden.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: verbandsbuero.de
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