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Langes Sitzen steigert statistisch die Gefahr, an Krebs zu sterben

08. September 2026

Mehr Stunden am Stück im Sitzen sind mit höherer Krebssterblichkeit verbunden

Eine groß angelegte Beobachtungsstudie liefert neue Hinweise darauf, dass nicht nur die Gesamtzeit im Sitzen, sondern besonders lange, ununterbrochene Sitzphasen mit einem höheren Risiko für Krebserkrankungen und Krebssterblichkeit verbunden sein können. Die Analyse basiert auf Bewegungsdaten von mehr als 91.000 Teilnehmenden und erscheint im Fachjournal PLOS Medicine.

Wie die Studie vorgeht

Die Forschenden werteten Daten von 91.292 Teilnehmern der UK Biobank aus. Jeder Teilnehmer trug sieben Tage lang einen Bewegungssensor am Handgelenk, die Bewegungsmuster wurden maschinell ausgewertet, so dass Sitzen sowie leichte, moderate und intensive Aktivität unterschieden werden konnten. Als längere Sitzphase definierten die Autorinnen und Autoren Abschnitte von mindestens 30 Minuten, in denen 90 % der Zeit gesessen wurde.

Wesentliche Ergebnisse

  • Während der Beobachtungszeit wurden 12.392 neue Krebserkrankungen und 1.726 Krebstodesfälle registriert.
  • Mit jeder zusätzlichen Stunde pro Tag, die in solchen längeren Sitzphasen verbracht wurde, stieg die statistische Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, um etwa 9 %.
  • Längere Sitzphasen wurden besonders mit Krebsarten in Verbindung gebracht, die mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes assoziiert sind.
  • In Modellrechnungen reduzierte das Ersetzen einer Stunde längeren Sitzens durch eine Stunde leichte Aktivität die geschätzte Wahrscheinlichkeit für Krebstodesfälle um rund 12 %; 30 Minuten moderate Aktivität ergaben eine rechnerische Reduktion um etwa 8 %.

Was die Befunde nicht beweisen

Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die Zusammenhänge beschreibt, jedoch keine Kausalität beweist. Zwar kontrollierten die Forschenden für zahlreiche Einflussfaktoren wie Alter, Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung und soziale Lage, vollständig ausschließen lassen sich verbleibende Störfaktoren jedoch nicht. Zudem wurde die Bewegungsaufzeichnung nur über eine Woche erhoben, was nicht zwangsläufig das Langzeitverhalten widerspiegelt. Auch die UK Biobank bildet die Allgemeinbevölkerung nicht exakt ab, sodass die Übertragbarkeit auf alle Bevölkerungsgruppen eingeschränkt sein kann.

Fazit und praktische Bedeutung

Die Studie betont die Bedeutung, lange Sitzphasen zu unterbrechen. Schon leichte Bewegungen oder kurzes Gehen scheinen in den Berechnungen vorteilhaft zu sein, wobei die Ergebnisse keine konkreten wissenschaftlichen Empfehlungen ersetzen. Für Menschen in Deutschland sind die Befunde relevant: Regelmäßige Bewegungspausen im Büro- und Alltagsalltag können ein sinnvolles Element einer gesundheitsbewussten Lebensführung sein.

Die Autorinnen und Autoren nennen zudem Grenzen der Untersuchung, etwa die Messdauer von nur sieben Tagen und mögliche Interessenkonflikte einzelner Mitwirkender, die offen gelegt wurden. Weitere Forschung ist nötig, um Mechanismen zu klären und konkrete Interventionsempfehlungen zuverlässig zu belegen.

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