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Nach 24 Dienstjahren bei der Sozialversicherung: Mit Teilzeit im Laden zur neuen Gelassenheit

28. März 2026

Vom Amtsdruck zur Teilzeit: Lebensqualität statt Leistungszwang

Karime Masson, 59, beendete im Dezember 2025 nach 24 Jahren ihren Dienst bei der US-Sozialversicherungsbehörde und startete einen unerwarteten Neuanfang. Hauptgründe für ihren vorzeitigen Ruhestand waren die Abschaffung des Homeoffice, anhaltende Personalkürzungen und eine zunehmend abwertende öffentliche Rhetorik gegenüber Bundesbediensteten unter der damaligen Regierung.

Masson arbeitete als Sachbearbeiterin und zweisprachige Übersetzerin. In den Corona-Jahren hatte ihr das Arbeiten von zu Hause geholfen, konzentrierter und produktiver zu sein. Als die Telearbeit abgeschafft wurde, stieg der Stress: weniger Kolleginnen und Kollegen, gleichbleibendes oder wachsendes Arbeitsvolumen, längere Wartezeiten für Bürgerinnen und Bürger und eine aggressive Stimmung von außen.

Die Folgen spürte Masson auch gesundheitlich. Angstmedikamente gehörten zeitweise zu ihrem Alltag, und ihre Autoimmunerkrankung verschlechterte sich unter Dauerbelastung. Angesichts möglicher Gesetzesänderungen, die Renten und Leistungen hätten beeinflussen können, entschied sie sich finanziell und gesundheitlich für den vorzeitigen Ausstieg.

Einfachere Arbeit, mehr Selbstbestimmtheit

Heute arbeitet Masson in Teilzeit in einem Kleidungsdiscounter und ist nach eigenen Worten glücklicher als lange zuvor. In der Nähe ihres Wohnorts verrichtet sie rund 15 Stunden pro Woche Tätigkeiten wie Warenpflege und Kundenhilfe. Der Job bringt weniger Verantwortung, mehr Flexibilität und deutlich weniger Druck. Sie verdient 12,50 US-Dollar pro Stunde und schätzt, dass sie nun wieder Zeit für Haushalt, Haustiere und selbstbestimmte Aktivitäten wie Yoga oder Pilates hat.

Masson betont, dass sie die zwischenmenschlichen Aspekte ihrer früheren Arbeit nie vergessen wird: Die Möglichkeit, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu helfen, habe ihr immer viel bedeutet. Gleichzeitig ist sie traurig über die Situation ihrer ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, die weiter unter Personalmangel und steigender Arbeitsbelastung leiden.

Pläne für die Zukunft

Als nächsten Schritt plant Masson, ein Beratungsangebot aufzubauen, um Bürgerinnen und Bürgern zu helfen, sich im Bürokratie-Dschungel der Sozialversicherung zurechtzufinden. Ihre Erfahrung als lange dienstleistende Sachbearbeiterin und Übersetzerin soll dabei die Grundlage bilden.

In einer Stellungnahme betonte eine Sprecherin der Sozialversicherungsbehörde, dass im Geschäftsjahr 2025 mehr Anrufe beantwortet wurden und die durchschnittlichen Wartezeiten in den Außenstellen gesunken seien. Masson nimmt solche Zahlen zur Kenntnis, bleibt aber bei ihrem Eindruck von Überlastung in vielen Diensten vor Ort.

Die Geschichte von Karime Masson ist ein Beispiel dafür, wie sich berufliche Prioritäten mit dem Blick auf Gesundheit und Lebensqualität verschieben können. Für sie war der Wechsel aus dem Beamtenstatus in eine unkompliziertere Teilzeitstelle kein Rückschritt, sondern eine Rückgewinnung an Lebensfreude.

Ort der Erzählerin: Indiana

Der Bericht stützt eine Nachricht von: businessinsider.de

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