newsbezeichnung

Neuer Mut unter jungen Arbeitslosen: Umschulung und Coaching als Weg zurück in Arbeit

03. September 2026

Junge finden neuen Antrieb trotz psychischer Barrieren

Die Geschichte einer 25‑jährigen Frau aus Wilhelmshaven zeigt, wie individuell die Wege zurück in Arbeit sein können und wie wichtig praktische Unterstützung ist. Yasmine Eichhorst steckt mitten in einer Umschulung zur Mediengestalterin und kommt während ihrer Mittagspause kurz im Büro ihres Job‑Coaches vorbei. Das Gespräch ist für sie ein bewusst gewählter Schritt, um sich einer Situation zu stellen, die ihr große Angst bereitet.

Yasmine leidet unter einer Angststörung, die ihren beruflichen Start lange blockierte. Sie beschreibt das so: «Weil die Angst ist halt im Kopf». Trotzdem hat sie sich durch die geregelten Abläufe des Weiterbildungsinstituts stabilisiert und Arbeitsperspektiven entwickelt. Die Struktur der Umschulung, die festen Aufgaben und das tägliche Aufstehen geben ihr Orientierung und einen Grund, wieder aktiv zu sein.

Zahlen und Ursachen

Das Statistische Bundesamt beziffert die Situation deutlich: Rund jeder zehnte Mensch zwischen 20 und 24 Jahren in Deutschland gehört derzeit zur NEET‑Gruppe – also weder in Arbeit noch in Ausbildung oder Studium. Die Quote ist in den letzten Jahren gestiegen; 2022 lag sie noch bei 8,8 Prozent. International bleibt Deutschland unter dem EU‑Durchschnitt, die Raten variieren jedoch stark zwischen den Mitgliedstaaten.

Bildungssystem und soziale Faktoren

Der Bildungsforscher Menno Baumann sieht strukturelle Probleme: Das Schulsystem produziere zu viele Verlierer, die frühe Trennung in Leistungsgruppen schüre Perspektivlosigkeit und mindere die Chancen vieler junger Menschen. Zusätzlich werde der Faktor Herkunft wieder bedeutender für den Bildungserfolg. Anonymisierte Bewerbungsverfahren zeigen, dass Vorurteile und soziale Merkmale den Zugang zu Ausbildungsplätzen beeinflussen können.

Baumann plädiert deshalb für mehr Unterstützung in der Übergangsphase zum Erwachsenwerden. Schulsozialarbeit an Berufsschulen und psychologische Begleitung wie Mental Coaches sollten seiner Ansicht nach fester Bestandteil der Ausbildungsphase werden, damit junge Menschen auch psychisch durch schwierige Phasen getragen werden.

Praxisbeispiele: Coaching, Motivation, Kompetenzlisten

In Yasmines Fall half die enge Zusammenarbeit mit ihrem Job‑Coach Gerjet Kleine‑Weischede, die Stärken herauszuarbeiten und ein realistisches Kompetenzprofil zu entwickeln. Solche kleinen Erfolge sind wichtig für die Motivation: «Man steht morgens auf und hat etwas, wofür man hingehen möchte», sagt sie. Für viele junge Menschen sind solche stabilen Tagesstrukturen und persönliche Rückmeldungen der Schlüssel, um verlorenen Optimismus wiederzufinden.

Kleine‑Weischede beobachtet, dass junge Menschen heute mit einer Reihe von Belastungen aufwachsen – wirtschaftliche Unsicherheit, Corona‑Erfahrungen, Klimaangst. Das führt bei manchen zum Verlust von Neugier und Zuversicht. Sein Appell an Arbeitgeber lautet, junge Bewerberinnen und Bewerber als Menschen mit Potenzial zu sehen statt nur als Arbeitskraft.

Fazit

Die Gründe, warum junge Menschen keinen Anschluss finden, sind vielfältig: gesundheitliche Einschränkungen, Sprachprobleme, psychische Erkrankungen oder frühzeitige negative Schulerfahrungen spielen oft zusammen. Programme, die Umschulungen, Coaching und psychosoziale Begleitung verknüpfen, können individuelle Hürden abbauen und neue Perspektiven eröffnen. Yasmine jedenfalls ist überzeugt, dass Umwege zum Ziel führen: «Es gibt Umwege, es gibt Haltestopps, aber jeder findet irgendwann seinen eigenen Weg.»

Der Bericht stützt eine Nachricht von: google.com
[C43171]
[C43142]
Copyright © 2000 - 2026 | 1A Infosysteme GmbH | Content by: 1a-sites-jobs 05.09.2026