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Von Chicago in die Wildnis: Wie eine junge Schneiderin im Nationalpark ein neues Leben näht

28. September 2026

Ein sicherer Bürojob gegen ein Leben im Park eingetauscht

Zoe De La Paz, 26, kündigte ihren Angestelltenposten in Chicago und zog im Juni in den Yellowstone-Nationalpark. Statt technischer Zeichnungen arbeitet sie nun in der Uniformwerkstatt des Parkbetreibers Xanterra. Dort repariert und verändert sie Kleidung für Tausende Mitarbeitende, näht Aufnäher an, ersetzt Reißverschlüsse und verwandelt ausgediente Stücke durch Upcycling in neue Accessoires wie Bauchtaschen.

Die Entscheidung war bewusst: Zoe sagt, sie habe dem Rat vieler Erwachsener widersprochen und den Schritt gewagt. «Es war wirklich beängstigend, den Job in einem Unternehmen aufzugeben und meinen Träumen zu folgen», erklärt sie über ihren Wechsel. Ihr Arbeitstag umfasst etwa 40 Stunden pro Woche, ihr Stundenlohn liegt bei 19,25 Dollar, die Unterkunft kostet sie monatlich 96 Dollar, also rund 84 Euro.

Zurückgewonnene Freiräume und ein klares Ziel

Dank verbilligter Unterkunft und Essenszuschuss kann Zoe mehr sparen als zuvor in Chicago. In der Freizeit erkundet sie das Parkgelände, geht wandern und reiten und nutzt die günstigen Angebote vor Ort. Ihre Aufstellung der Ausgaben zeigt, wie sie ihren Alltag organisiert: Lebensmittel, Ersparnisse, ein kleiner Betrag für Online-Abonnements und die laufenden Kosten für Telefon und die Pflege ihrer Website als Freiberuflerin.

Trotz der ruhigen Tage im Park bleibt Zoe ambitioniert: Bis Oktober plant sie, im Park zu bleiben, danach wolle sie nach New York weiterziehen, um als Kostümbildnerin für Theater und Film zu arbeiten. Die Schneiderarbeit im Park sieht sie als praktische Weiterbildung und als Gelegenheit, Erfahrung mit verschiedenen Materialien und Reparaturtechniken zu sammeln.

Zwischen Idylle und Risiko

Das Leben im Nationalpark ist nicht ohne Gefahren. Yellowstone ist berühmt für seine Tierwelt und geologischen Besonderheiten: Unter dem Park liegt eine gewaltige Magmakammer, der sogenannte Supervulkan, dessen potenzielle Aktivität Wissenschaftler aufmerksam verfolgen. Und auch im Alltag sind Begegnungen mit Wildtieren möglich und mitunter gefährlich – ein Bisonangriff im vergangenen Sommer zeigte, wie schnell es zu gefährlichen Situationen kommen kann.

Zoes Geschichte ist ein Porträt von Neuorientierung und Mut zur Veränderung. Sie tauschte ein stabiles Leben in der Großstadt gegen ein einfacheres, naturnahes Dasein, sammelt praktische Erfahrungen und behält zugleich ein klares berufliches Ziel: die Bühne, nun als Kostümbildnerin.

Dieser Text basiert auf Angaben von CNBC und eigenen Recherchen

Der Bericht stützt eine Nachricht von: focus.de
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