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Zurückeroberung der Arbeit: Wie Selbstwirksamkeit Büros wieder zu Orten der Zuversicht macht

01. Oktober 2026

Arbeit kann wieder Hoffnung stiften, wenn Selbstwirksamkeit zurückkehrt

In vielen deutschen Büros herrscht derzeit Erschöpfung statt Aufbruch. Der Arbeitsforscher Hans Rusinek diagnostiziert einen Verlust von Selbstwirksamkeit: Beschäftigung, die nach außen aktiv wirkt, innen jedoch nichts bewirkt, zerstört Motivation und Vertrauen in die eigene Wirkung.

Rusinek stellt fest, dass mehrere alltägliche Faktoren Hoffnung untergraben: ständige Unterbrechungen, monotone Routinen, unklare Führung und der Druck, dauernd zu performen. Hinzu kommt die Angst vor Automatisierung und KI, die bei vielen Beschäftigten das Gefühl verstärkt, bald entbehrlich zu sein. Sein zentrales Argument lautet: Niemand kommt innerlich gekündigt zur Arbeit – man wird dazu gemacht.

Hoffnung versteht Rusinek nicht als blinden Optimismus, sondern als gestaltbares Handwerk. Es besteht aus drei Elementen: Wollen, Können und Dürfen. Wer nur an eine bessere Zukunft glaubt, bleibt passiv; wer hingegen Fähigkeiten entwickelt und Freiräume erhält, kann Schritt für Schritt Veränderung bewirken.

Konkrete Praxisempfehlungen richten sich vor allem an Führungskräfte: Nicht versuchen, Hoffnung zu verkaufen, sondern aufhören, sie zu zerstören. Das heißt: Aufgaben so gestalten, dass sie echten Beitrag ermöglichen, Unterbrechungen reduzieren, Entwicklungskompetenzen fördern und Entscheidungsfreiräume gewähren. Kleine Erfolge schaffen Selbstwirksamkeit, und diese wiederum nährt neue Hoffnung – ein fortwährender Kreislauf, den Rusinek als Hope Loop beschreibt.

Auch angesichts der technologischen Transformation sieht Rusinek keine Pattsituation. KI solle als Werkzeug verstanden werden; Menschen müssten Fähigkeiten ausbauen, die Maschinen nicht ersetzen: zwischenmenschliche Kompetenzen, Selbstkenntnis, erzählerische Fähigkeiten und Metaintelligenz.

Hans Rusinek lehrt an der Universität St. Gallen und legt diese Thesen in dem Buch «Reclaim Work» dar. Seine Botschaft an Führungskräfte ist pragmatisch: Gebt Mitarbeitenden Gründe, Fähigkeiten und Freiräume, an einer besseren Organisation zu arbeiten, und traut ihnen zu, daraus etwas zu machen.

Das Fazit ist schlicht und prägnant: Hoffnung ist kein Zierat an der Wand, sondern ein Arbeitstier. Wer sie ernsthaft fördern will, verändert die tägliche Arbeit so, dass Menschen wieder sehen, dass ihr Tun zählt.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: wiwo.de
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