Banken und Beratung an der Spitze – so unterschiedlich zahlen Schweizer Branchen Männer und Frauen
Branchenwahl bestimmt Lohnchancen
Zürich/Schweiz. Die höchste Durchschnittsvergütung in der Schweiz zahlen nach aktuellen Auswertungen nach wie vor Banken und Beratungsfirmen. Doch hinter den Spitzenwerten verbergen sich deutliche Genderunterschiede: Während Beratung und IT sowohl für Frauen als auch für Männer zu den bestbezahlten Bereichen gehören, bleiben Lohnlücken zwischen den Geschlechtern in vielen Branchen spürbar.
Die Analyse zeigt: Banken kommen auf ein durchschnittliches Bruttogehalt von rund 106000 CHF, Consulting liegt bei etwa 102000 CHF und erzielt zugleich die höchste Gehaltszufriedenheit. Bei der geschlechtergetrennten Betrachtung ergibt sich folgendes Bild:
Topsektoren für Frauen (Durchschnittsgehalt)
- Beratung/Consulting: 96 275 CHF
- IT: 90 253 CHF
- Öffentliche Verwaltung: 89 398 CHF
- Finanzen: 89 120 CHF
- Banken: 87 768 CHF
Topsektoren für Männer (Durchschnittsgehalt)
- Beratung/Consulting: 107 548 CHF
- IT: 104 635 CHF
- Finanzwesen: 104 167 CHF
- Banken: 101 090 CHF
- Versicherung: 100 761 CHF
Besonders auffällig ist: In männerdominierten Branchen wie IT oder Naturwissenschaften fallen die Durchschnittslöhne höher aus, gleichzeitig ist der unbereinigte Gender Pay Gap dort oft geringer als in frauendominierten Feldern. Studien deuten darauf hin, dass Männer in typischen Frauendomänen wie Pflege oder Betreuung tendenziell schneller in besser bezahlte Positionen aufsteigen, was die Lohnunterschiede innerhalb dieser Branchen verschärft.
Care-Arbeit bleibt überwiegend unbezahlte Realität: Betreuung von Kindern, Haushalt oder Unterstützung von Angehörigen belasten vor allem Frauen und wirken sich langfristig auf Karriereverläufe und Einkommen aus. Die Wahl der Branche ist deshalb ein zentraler Faktor für die individuelle Einkommensentwicklung und den bereinigten wie unbereinigten Gender Pay Gap.
Was bedeutet das für Beschäftigte?
Wer die eigene Gehaltsentwicklung beeinflussen will, sollte Branchenunterschiede kennen, gezielt Qualifikationen ausbauen und Verhandlungskompetenz stärken. Gleichzeitig braucht es strukturelle Maßnahmen in Unternehmen und auf politischer Ebene, um geschlechtsspezifische Benachteiligungen nachhaltig zu verringern.
Zusammenfassend zeigt die Auswertung: Hohe Durchschnittslöhne finden sich vor allem in Beratung, Banken und IT; die Verteilung der Geschlechter in einer Branche beeinflusst jedoch die Höhe der individuellen Löhne und die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern.

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