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Mehr Schein als Sein Im Büro: Studie zeigt, wie Beschäftigte Anwesenheit inszenieren statt Leistung zu liefern

04. Mai 2026

Präsenz wird oft wichtiger eingeschätzt als konkrete Arbeitsergebnisse

Eine Umfrage der Jobseite Indeed unter knapp 1.000 hybrid arbeitenden Beschäftigten in Deutschland legt nahe, dass viele Angestellte bewusst Verhalten zeigen, das Beschäftigung vorgaukelt. Statt allein an Ergebnissen zu messen, scheint in zahlreichen Firmen weiterhin Sichtbarkeit im Büro eine wichtige Rolle zu spielen.

Typische Muster zeigen sich im Alltag: Kolleginnen und Kollegen, die scheinbar regemäßig im Gang unterwegs sind, permanent nach Kaffee greifen oder in Konferenzen viel reden, ohne Substanz beizutragen. Wenn Vorgesetzte auftauchen, wird am Bildschirm besonders eifrig getippt. Solche Rituale dienen weniger der Effizienz als der Absicherung gegenüber Beobachtung.

Häufige Verhaltensstrategien

  • 27,7 % behalten im Homeoffice ihren Status auf «Online», obwohl sie anderen Tätigkeiten nachgehen
  • 25,4 % bleiben länger im Büro, weil eine Führungskraft anwesend ist
  • 23,2 % senden E-Mails zu ungewöhnlichen Zeiten, um beschäftigt zu wirken
  • 22,3 % melden sich in Meetings, ohne inhaltlich beizutragen, nur um Präsenz zu zeigen
  • 17,3 % lassen bewusst Jacke oder Tasche im Büro, um Anwesenheit zu suggerieren

Ursachen und Konsequenzen

Mehrere Motive treiben dieses Verhalten an: 32,5 % der Befragten machen eine präsenzorientierte Unternehmenskultur verantwortlich, 31,6 % sorgen sich um ihren Arbeitsplatz, und 24,4 % nennen Druck durch Vorgesetzte oder Mikromanagement. Zugleich spielen interne Beweggründe wie Profilierung oder das Verbergen eigener Faulheit eine Rolle.

Die Folgen sind spürbar: 55,9 % glauben, ihr Arbeitgeber schätze bloße Anwesenheit höher als messbare Resultate. 66,2 % würden laut Umfrage bis zu 5 % ihres Gehalts opfern, wenn Leistung an klaren Ergebnissen gemessen würde. 70 % wären bereit, ähnliche Einbußen für dauerhaftes Homeoffice in Kauf zu nehmen. 50,9 % geben an, regelmäßig ins Büro zu fahren, dort aber in Videocalls mit Kollegen zu sitzen; 69 % werden durch Lärm, Smalltalk oder spontane Unterbrechungen aus der Konzentration gerissen; 56,6 % sind meist vor Ort, um sichtbar zu sein, obwohl sie im Homeoffice effizienter arbeiten.

Einordnung und Ausblick

Wichtig ist der Hinweis, dass es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie, sondern um eine Online-Umfrage handelt. Die Ergebnisse lassen daher keine generellen Schlüsse auf alle Betriebe zu. Sie zeichnen aber ein deutliches Bild: Solange Unternehmen Anwesenheit stärker belohnen als Ergebnis, entstehen Anreize für repräsentatives Verhalten statt für echte Produktivität. Ein Umdenken in Führungskultur, Messkriterien und Arbeitsorganisation wäre nötig, um dieses Missverhältnis zu beheben.

Finden Sie sich in den Befunden wieder?»

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