Homeoffice etabliert sich dauerhaft: 20 Prozent der Online-Stellenanzeigen ermöglichen Arbeiten von Zuhause
Homeoffice in 20 Prozent der Jobanzeigen etabliert
Eine Auswertung der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass Homeoffice in Deutschland kein vorübergehender Trend ist, sondern zum festen Bestandteil des Arbeitsmarkts geworden ist. Von rund 79 Millionen Online-Stellenanzeigen aus den Jahren 2019 bis 2025 boten zuletzt etwa 20 Prozent die Möglichkeit, ganz oder teilweise von Zuhause zu arbeiten.
Vor der Corona-Pandemie lag der Anteil laut Studie nur bei 3,7 Prozent. Bis 2022 stieg der Wert deutlich auf 16,8 Prozent, seit 2024 hält er sich stabil bei rund 20 Prozent. Die Zahlen legen nahe, dass wirtschaftliche Eintrübungen nicht automatisch zu einer massiven Rückkehr ins Büro geführt haben.
Der Arbeitsmarktexperte der Stiftung, Gunvald Herdin, kommentierte die Entwicklung pointiert: «Wer geglaubt hat, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten alle wieder ins Büro zurückkehren müssen, hat sich getäuscht. Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben.»
- Unterschiede nach Branchen: Homeoffice-Angebote finden sich besonders häufig in männerdominierten Berufen, etwa im IT-Sektor.
- Kontaktintensive Tätigkeiten, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, sind seltener mit Homeoffice-Optionen ausgestattet.
- Die Verfügbarkeit von Homeoffice variiert damit stark je nach Berufsfeld und Tätigkeitsprofil.
Für Arbeitnehmende bedeutet die Beständigkeit der Homeoffice-Optionen eine größere Auswahl und mehr Flexibilität bei der Jobsuche. Für Unternehmen stellt sich die Frage, wie sich hybride Arbeitsmodelle langfristig auf Produktivität, Personalgewinnung und Unternehmenskultur auswirken.
Die Studie unterstreicht, dass die Arbeitswelt nach der Pandemie nicht einfach zur alten Normalität zurückgekehrt ist, sondern sich nachhaltig verändert hat. Ob sich der derzeitige Anteil von rund 20 Prozent künftig erhöht, stabil bleibt oder sinkt, dürfte von technologischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie von betrieblichen Entscheidungen abhängen.

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