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Mit Herz und Hand: Wie Quartiersmanagement im Dorfladen Hirschi Gemeinschaft stiftet

04. August 2026

Quartiersmanagement schafft Ort der Begegnung im Dorfladen

In Hirschberg hat der neue Dorfladen Hirschi schnell eine Rolle übernommen, die weit über das Einkaufen hinausgeht. Quartiersmanagerin Pia Hohenstein sorgt dafür, dass der Laden zum Treffpunkt wird, in dem Menschen aller Generationen zusammenkommen, sich austauschen und Unterstützung finden.

Jeden Vormittag ist Hohenstein zwischen Regalen, der kleinen Plauderstube und ihrem noch provisorischen Büro unterwegs. Sie spricht Kundinnen und Kunden direkt an, hört zu und notiert Anliegen. So lernt sie die Lebenswirklichkeit der Hirschberger kennen und entwickelt Angebote, die den Alltag erleichtern. «Wir müssen jetzt erst den Laden machen und dann kommt das Quartiersmanagement», sagt sie über die Reihenfolge ihrer Arbeit.

Von der Kita ins Dorfleben

Die 34‑Jährige ist staatlich anerkannte Erzieherin, leitete lange Kitas und hat in der Jugendhilfe gearbeitet. Diese Erfahrung nutzt sie nun, um Nachbarschaften zu stärken: Kontakte knüpfen, vorhandene Stärken sichtbar machen und niedrigschwellige Hilfsangebote organisieren. Aktuell absolviert sie eine Ausbildung zur Familiencoach, um ihre Kompetenzen weiter auszubauen.

Niedrigschwellige Beratung und Begegnung

Der Hirschi ist bewusst mehr als ein Lebensmittelgeschäft. Das Konzept sieht den Laden als Anlaufstelle vor, in der neben dem Einkauf auch Beratung und Veranstaltungen stattfinden können. Die Plauderstube lädt zu Kaffee und Gespräch ein; das künftige Büro soll wohnlich wirken und als offener Gesprächsraum dienen.

Besonders im Blick ist die älter werdende Bevölkerung: Hohenstein möchte, dass Senioren möglichst lange selbstständig bleiben und zugleich soziale Kontakte pflegen. Dafür sind starke Nachbarschaften, Netzwerke und Orte der Begegnung wichtig.

Gefördert und getragen von der Gemeinschaft

Das Quartiersmanagement ist für drei Jahre mit 140000 € von der Sozialstiftung NRW gefördert. Bei der Übergabe des Förderbescheids besichtigten Stiftungsvertreter und der Landtagsabgeordnete das Projekt persönlich. Caritas‑Chef Lutz Gmel lobte das Vorhaben als sinnvolle Nachbarschaftsinitiative, gerade nachdem in der Gemeinde eine frühere Einkaufsmöglichkeit geschlossen hatte.

Im Alltag arbeiten Hohenstein und Ladenleiterin Nina Rebbert eng zusammen: Rebbert kümmert sich um die kaufmännischen Belange, Hohenstein um das Zwischenmenschliche. Bei Lieferungen packen sie aber beide mit an. Ihr gemeinsames Motto lautet «Mit Herz und Hand».

Alltagsgeschichten als Motor

Viele kleine Begegnungen zeigen, wie das Konzept im Dorf wirkt. Hohenstein erzählt von einem Paar, das sich beim Einkauf gegenseitig unterstützt, und von Kundinnen, die aufmerksam auf Unregelmäßigkeiten reagieren und helfen. Solche Alltagshandlungen bilden oft die wirksamste Form sozialer Kontrolle und Unterstützung.

Der Dorfladen Hirschi steht damit für ein Modell, das im ländlichen Raum helfen soll, vorhandene Ressourcen zu bündeln und Teilhabe zu ermöglichen. Für Hohenstein ist klar: Quartiersmanagement bedeutet, Menschen so zu vernetzen, dass sie im vertrauten Umfeld Unterstützung finden und zugleich eigenständig bleiben.

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