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Steigende Mieten treiben Hunderttausende Spanier in Nebenjobs

30. Mai 2026

Immer mehr Menschen in Spanien nehmen Zweitjobs an, um Grundkosten zu decken

In Spanien arbeiten derzeit deutlich mehr Menschen gleichzeitig in mehreren Beschäftigungsverhältnissen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass mehr als 600000 Spanierinnen und Spanier zwei oder mehr Jobs ausüben. Hauptursache sind stark gestiegene Wohnkosten, die Familien und Alleinstehende zunehmend belasten.

Haushalte geben inzwischen im Schnitt rund 40 Prozent ihres Einkommens für Miete aus, weit über der von Expertinnen und Experten als noch gesund angesehenen Marke von 30 Prozent. Zwar sind die Nominallöhne in den letzten Jahren gestiegen, doch die Inflation hat einen großen Teil dieses Zuwachses aufgezehrt. Besonders betroffen sind Frauen in Teilzeit, Beschäftigte im Dienstleistungssektor und zunehmend auch gut ausgebildete Fachkräfte wie Lehrerinnen, Berater oder medizinisches Personal.

Viele Betroffene suchen sich deshalb Nebenjobs, um die Kaufkraft zu sichern. Digitale Plattformen und Homeoffice-Möglichkeiten haben diese Entwicklung erleichtert, weil sie zusätzliche Tätigkeiten neben der Hauptarbeit erlauben. Gleichzeitig wächst die Belastung: Längere Arbeitstage, weniger Erholungszeit und ein erhöhtes Risiko für Erschöpfung und Burnout sind die Kehrseite der Mehrfachbeschäftigung. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten dadurch zwar mehr Beiträge in die Sozialversicherung, doch nicht alle langfristigen Nachteile sind damit abgefedert.

Die Regierung hat einen Plan für mehr sozialen Wohnungsbau und verbesserten Mieterschutz vorgelegt, doch Kritiker bemängeln die langsame Umsetzung und sehen darin keine kurzfristige Entlastung für Haushalte in Städten. In Ballungsräumen wie Madrid und Barcelona ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt besonders spürbar, sodass viele Menschen auch dort auf zusätzliche Einkommensquellen angewiesen sind.

Ob die hohe Zahl an Mehrfachbeschäftigten nur ein vorübergehendes Phänomen bleibt, hängt entscheidend von der Entwicklung des Wohnungsmarkts und von staatlichen Maßnahmen ab. Solange die Mietbelastung hoch bleibt, ist zu erwarten, dass viele Spanierinnen und Spanier auf Nebenjobs angewiesen sein werden.

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