Wenn Hoodie auf Anzug trifft: Wie locker darf Businesskleidung heute sein
Lässige Kleidung im Büro ist akzeptiert, doch Angemessenheit bleibt entscheidend
Die einst starren Regeln der Bürokleidung haben sich grundlegend gewandelt. Seit der Pandemie ist die Krawatte seltener geworden, und viele Teams arbeiten in deutlich entspannterem Outfit als vor zehn oder zwanzig Jahren. Die Folge: Unsicherheit bei Beschäftigten darüber, wie leger sie sich wirklich kleiden dürfen.
Knigge-Experte Michael Mayer aus Darmstadt rät zu klarer Orientierung an Anlass und Umfeld. «Es muss immer adressatengerecht sein», sagt Mayer. Entscheidend sei, welche Wirkung die eigene Kleidung im beruflichen Kontext erzielt und welche Erwartungen dort bestehen. Wer zu schlabberig auftritt, riskiert Professionalität und Wahrnehmung; wer sich unangemessen herausputzt, kann ebenfalls auffallen.
Praktische Regeln für den Büroalltag
- Anlass beachten: Ein Kundentermin oder eine Präsentation verlangt ein anderes Outfit als ein interner Workshop.
- Bei Ungewissheit vorsichtig orientieren: Beim ersten Arbeitstag oder Vorstellungsgespräch empfiehlt sich ein eher konservativer Look; später hilft die Beobachtung der Kolleginnen und Kollegen.
- Kein Homeoffice-Schlabberlook: Bequeme Kleidung ist erlaubt, aber berufliche Umfelder verlangen ein gepflegtes Erscheinungsbild.
- Unternehmen und Branche: In kreativen oder technologischen Feldern ist Lockerheit häufiger akzeptiert; in Kundenkontakt-intensiven Branchen können strengere Regeln gelten.
Mayer beobachtet zugleich einen Gegentrend: Manche junge Leute kleiden sich bewusst schicker, weil sie damit Professionalität und Stil zeigen wollen. Unternehmen sollten bei Dresscode-Regelungen abwägen, welche Kultur sie leben wollen und welche Signale das an Bewerbende sendet.
Am Ende gelte eine einfache Maxime: Kleidung ist Kommunikation. Wer die Erwartungen seines Umfelds im Blick behält, trifft meist die richtige Balance zwischen Lässigkeit und Respekt.

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