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Zurück im Bremer Büro: Mit kleinen Ritualen bleibt der Urlaub länger wirksam

12. August 2026

So behalten Beschäftigte die Urlaubserholung länger

Bremen — Kaum ist die Reise beendet, droht für viele der Alltag die Erholung zu verschlingen. Die Bremer Gesundheitspsychologin Sonia Lippke erklärt, wie sich das Urlaubsgefühl mit einfachen Gewohnheiten länger konservieren lässt und wie ein sanfter Wiedereinstieg in den Job gelingt.

Interview, 10. August 2026

Lippke rät zu einem langsamen Übergang. «Man darf nicht von sich erwarten, von Null auf Hundert wieder in den Alltag zu starten», sagt sie. Zwei bis drei Tage mit reduziertem Tempo und eine bewusste Umstellung des Schlaf-Wach-Rhythmus helfen, die Erholung zu stabilisieren.

Die Expertin empfiehlt zudem, Urlaubszeiten so zu planen, dass die Rückkehr nicht an einem einzigen, überfüllten Tag stattfindet. Wer vorgelagert bereits ein paar Aufgaben erledigt oder seinen offiziellen Rückkehrtag bewusst später kommuniziert, vermeidet den sogenannten Fade-Out-Effekt, bei dem Stress schnell ansteigt.

Praktische Tipps für einen sanften Wiedereinstieg

  • Soft starten: Prioritäten setzen, leichte Aufgaben zuerst und den vollen Arbeitsdruck nicht sofort zulassen.
  • Richtig timen: Rückkehrtage so legen, dass nicht sofort ein Berg an E-Mails und Anfragen auf einen einprasselt.
  • Vorbereitung: Offene Punkte vor dem Urlaub klären und Vertretungen gut einweisen, damit die Rückkehr nicht mit ungelösten Konflikten belastet ist.
  • Sozial teilen: Urlaubsbilder in kleiner Runde zeigen und gemeinsam genießen, statt groß zu prahlen, um Neid und Stress zu vermeiden.
  • Aktive Rituale: Spaziergänge, Sport oder Treffen mit Freunden in den ersten Tagen nach dem Urlaub einplanen, um die Erholung körperlich und sozial zu verankern.

Lippke betont, dass längere Erholungsphasen besonders wirksam sind. Mindestens zwei Wochen Urlaub jährlich seien sinnvoll, um nachhaltig abzuschalten und Energie für mehrere Wochen mitzunehmen. Wer diese Erholung bewusst pflegt, kann den positiven Effekt deutlich verlängern.

Das Gespräch führte Kirsten Rademacher. Aufgeschrieben und redigiert hat Henry Borgelt.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: butenunbinnen.de
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