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Arbeitszeitbetrug beginnt oft früher als gedacht – wie kleine Auszeiten Unternehmen teuer zu stehen kommen

09. März 2026

Arbeitszeitbetrug beginnt oft mit kleinen Privatsachen

Berlin. Wäsche waschen, kurz einkaufen, eine Folge streamen oder sogar ein Nickerchen am Schreibtisch – viele Beschäftigte erledigen private Dinge während der Arbeitszeit und halten das für unproblematisch. Doch diese Gewohnheiten summieren sich und verursachen nach Einschätzung von Arbeitswissenschaftlern erhebliche wirtschaftliche Schäden.

Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Consumerfieldwork ergab, dass 13 Prozent von 1000 Befragten ihre Arbeitszeit regelmäßig nicht korrekt erfassen. Drei Viertel gaben an, schon einmal private Erledigungen während der Arbeitszeit gemacht zu haben. Für Betriebe bedeutet das nicht nur verlorene Produktivität, sondern auch versteckte Kosten durch falsch gemeldete Arbeitszeiten und gestörte Arbeitsabläufe.

Sascha Stowasser vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (IFAA) warnt: «Fehlzeiten sind für Unternehmen sehr teuer.» Die Abgrenzung zwischen harmlosen Pausen und systematischem Arbeitszeitbetrug ist nicht immer leicht, betonen Experten. Entscheidend sind Dauer, Wiederholung und das Ausmaß, in dem die Arbeitspflicht verletzt wird.

Praktische Schritte für Führungskräfte

  • Klare Regeln: Unternehmen sollten verbindliche Richtlinien für Arbeitszeiterfassung und Pausen vereinbaren und transparent kommunizieren.
  • Vertrauen statt Kontrolle: Zu starre Überwachung kann das Vertrauensverhältnis zerstören. Stattdessen helfen klare Erwartungen und regelmäßiges Feedback.
  • Flexible Modelle: Vertrauensarbeitszeit und hybride Arbeitsformen brauchen eindeutige Absprachen zu Arbeits- und Erreichbarkeitszeiten.
  • Führung und Vorbildfunktion: Chefs sollten Arbeitszeiten vorleben und segnalisieren, dass echte Pausen akzeptiert sind, solange die Leistung stimmt.
  • Technische Lösungen mit Augenmaß: Automatisierte Zeiterfassung kann helfen, muss aber datenschutzkonform und transparent implementiert werden.

Arbeitgeber müssen also unterscheiden zwischen gelegentlicher privater Nutzung der Arbeitszeit und systematischem Fehlverhalten. Prävention und eine offene Unternehmenskultur sind laut Experten die wirksamsten Instrumente, um die Grenze zwischen akzeptabler Erholungszeit und betrügerischer Arbeitszeit zu ziehen.

Für Unternehmen bleibt die Herausforderung bestehen, produktive Arbeit, vertrauensvolle Führung und klare Regeln so zu verbinden, dass Missbrauch eingeschränkt wird, ohne Mitarbeitende zu überwachen oder Vertrauen zu untergraben.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: handelsblatt.com

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