newsbezeichnung

Handwerk profitiert vom KI-Schock Zwei Drittel der Deutschen sehen handwerkliche Berufe als sicherer als Bürojobs

07. Juni 2026

Deutschlandweit. Eine repräsentative Umfrage zeigt einen deutlichen Stimmungswandel in der Berufsdebatte

Zwei Drittel sehen das Handwerk als sicherere Alternative zu Bürojobs

Das wachsende Vertrauen in handwerkliche Berufe ist eine der überraschendsten Folgeerscheinungen der KI-Diskussion: In der gemeinsamen Erhebung der Hanebutt GmbH und des Meinungsforschungsinstituts YouGov bewerteten im Mai 2026 insgesamt 2 032 Bundesbürger die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt. Ergebnis: 66 Prozent halten handwerkliche Tätigkeiten im KI-Zeitalter für sicherer als Bürojobs, 32 Prozent sogar für deutlich sicherer.

Die Studie zeigt weitere klare Signale: 64 Prozent sehen durch den KI-Druck auf Büroarbeitsplätze eine gestiegene Attraktivität des Handwerks, 38 Prozent könnten sich wegen KI eher für eine handwerkliche Ausbildung entschieden. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, Handwerksberufe weiterzuempfehlen: 61 Prozent tun dies häufiger als noch vor fünf Jahren, 28 Prozent besonders aktiv.

Beliebt, aber nicht ausreichend gewürdigt

Trotz steigender Sympathien bleibt ein großes Defizit in Anerkennung und Sichtbarkeit. 73 Prozent der Befragten gaben an, das Handwerk werde gesellschaftlich nicht ausreichend wertgeschätzt. Fast neun von zehn Befragten (86 Prozent) fordern eine bessere schulische Aufklärung über handwerkliche Berufe, 60 Prozent bewerten diese Forderung als sehr wichtig. Viele junge Menschen berichten weiterhin von kaum vorhandenen Begegnungen mit dem Handwerk während der Schulzeit.

Henning Hanebutt, Dachdeckermeister und Geschäftsführer der Hanebutt Gruppe, fasst die Befunde so zusammen: «Das Handwerk bleibt ein Bereich, in dem Menschen mit ihren Händen Zukunft schaffen. KI wird administrative Abläufe verändern, doch die handwerkliche Praxis bleibt menschlich und zunehmend gefragt.»

Unternehmerische Chancen statt Personalnot

Die Studie macht auch auf eine große strukturelle Chance aufmerksam: Rund 125 000 Betriebsnachfolgen sind in den kommenden Jahren ungeklärt. Für ausgebildete Fachkräfte mit Meistertitel bedeutet dies oft den direkten Weg in die Selbstständigkeit. Handwerk biete damit nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern auch vergleichsweise schnelle Zugänge zur Unternehmerrolle, heißt es in der Auswertung.

Die Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren ist eindeutig: Damit der aktuelle Imagewandel zu realen Ausbildungs- und Unternehmensentscheidungen führt, muss das Handwerk selbst sichtbarer werden. Dazu gehören modernere Arbeitsbedingungen, stärkere Präsenz in Schulen und ein offensiveres Kommunikationsverhalten gegenüber akademischen Berufswegen.

Methodik Die Ergebnisse basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels. Befragt wurden vom 6. bis 8. Mai 2026 insgesamt 2 032 Personen. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Daten entsprechend gewichtet. Die Angaben sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: ddh.de
Copyright © 2000 - 2026 | 1A Infosysteme GmbH | Content by: 1a-sites-jobs - Veröffentlichung: 11.06.2026  - C49549 - [Bildnachweis]