Vierbeinige Kollegen: Wie Hunde das Büroklima neu gestalten
Hunde am Arbeitsplatz stärken Stimmung, Zusammenhalt und Attraktivität von Arbeitgebern
Hamburg/Wedel — Pepe, ein kleiner Bolonka, weiß genau, wo es Leckerli gibt: Fahrstuhl hoch, durch den Flur, direkt zu den Schubladen der Kollegen. Am 11. Juni werden beim Aktionstag «Kollege Hund» bundesweit rund 1.000 Unternehmen ihre Türen für Hunde öffnen und Mitarbeitenden die Chance geben, ihre Tiere mit an den Arbeitsplatz zu bringen.
Die Initiative, die der Deutsche Tierschutzbund zusammen mit einem Hersteller von Hundefutter seit 19 Jahren unterstützt, will eine tierfreundliche Arbeitskultur fördern. Teilnehmende Firmen bekommen Tipps zur Umsetzung, ein Überraschungspaket mit Futter, ein Hundekissen und eine Urkunde als Anerkennung. Ziel ist es, Vorbildfunktion zu übernehmen und andere Arbeitgeber zu motivieren, passende Regelungen zu entwickeln.
Die Vorteile sind vielfältig: Für Beschäftigte erleichtert ein erlaubter Bürohund die Vereinbarkeit von Beruf und Hundehaltung, für Tierheime vermindert sich der Druck, weil weniger Tiere aus Zeitmangel abgegeben werden, und für Unternehmen steigert Hundefreundlichkeit die Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte. Eine Umfrage des Futterherstellers zeigt, dass haustierfreundliche Regelungen für 57 Prozent der Befragten ein Faktor bei der Jobwahl sein können.
Auch in Pflegeeinrichtungen zeigen Hunde positive Effekte. In der Alloheim Senioren-Residenz An der Elbe in Wedel sind Hunde seit mehr als zehn Jahren willkommen. Mitarbeiter berichten, dass Bewohner sich mehr bewegen, Gespräche beginnen und Erinnerungen an eigene Tiere aufleben. Voraussetzung sei aber stets, dass der Hund zum Arbeitsplatz passt und geruchliche oder sicherheitsrelevante Einschränkungen beachtet werden.
Der Tierschutzbund empfiehlt klare, schriftliche Regelungen, die das Mitbringen von Hunden grundsätzlich ermöglichen, zugleich aber Allergien, Ängste oder notwendige Rückzugszonen berücksichtigen. Praktische Vorgaben können etwa Leinenpflicht in bestimmten Bereichen oder definierte Ruhebereiche umfassen. So bleibt der Alltag für alle Beteiligten verträglich und sicher.
Der Aktionstag soll Unternehmen ermutigen, Modelle zu testen und verantwortbare Lösungen zu finden, bei denen Hund und Kolleginnen sowie Kollegen gleichermaßen berücksichtigt werden.

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